Glas, dekanter & co

Wir möchten mit einigen falschen Bräuchen aufräumen und Euch aber trotzdem ermutigen genau DAS zu tun, was Euch schmeckt!!!

GENERELL

Das Kühlen von Weinen hebt die Säure hervor und nimmt die Aromen etwas zurück. Sehr säurebetonte Weine sollten also schon gekühlt, aber vielleicht 1-2 Grad wärmer serviert werden. Sehr schwere und säurearme Weine bekommen durch die Kühlung mehr Eleganz.

WEISSWEIN– DARF DEKANTIERT WERDEN

Dekantieren:wird immer mit Rotwein verbunden. Gerade komplexere Weißweine, die in Holz ausgebaut und/oder auf der Feinhefe lagen, und so einen vielschichtigeren Extrakt aufweisen, profitieren von der Sauerstoffaufnahme. Der Wein öffnet sich, entfaltet sein gesamtes Aromenpotential, und bringt dieses ins Gleichgewicht.

Temperatur: Gerade im Sommer kalt servieren, zwischen 9-12 Grad. Je jünger und schlanker der Wein, desto kühler könnt Ihr ihn servieren. Je aromatischer und komplexer, desto „wärmer“ darf das Tröpfchen sein.

Glaswerk: Das Ausschankglas hat einen großen Einfluss auf den Ausdruck des Weines. Junge spritzige Weine dürfen in geradlinigen Riesling Gläsern kredenzt werden. Im Holz oder auf Hefelager „gereifte“ Weißweine drücken sich schöner in einem Ballonglas aus.

ROTWEIN– ZIMMERTEMPERATUR BEDEUTET NICHT 21°GRAD ODER MEHR

Temperatur:Das größte Missverständnis der letzten Jahrzehnte ist es, den Rotwein bei Zimmertemperatur zu servieren. Dabei liegt der Irrtum allerdings in der Interpretation der Zimmertemperatur nach heutigem Maße. Einst erfreute man sich an Rotweinen in luxuriösen Patrizierwohnzimmern bei 18°Grad Celsius. Zur Sommerzeit dürfen Rotweine auch gerne kühler, wer es mag sogar bei 14-16°Grad geschlürft werden.

Dekantieren: Achtung! Nicht jeder Rotwein muss zwingend dekantiert werden. Junge fruchtbetonte Rote sind hervorragend, leicht gekühlt im passenden Glas. Bei hochwertigen gereiften Weinen (je älter desto mehr Vorsicht ist geboten) muss nach dem ersten Probierschluck entschieden werden, ob, der reife Wein den Sauerstoffschub ertragen kann oder nicht. Zu viel Sauerstoff kann einen älteren Wein zu schnell oxidieren.

Junge Rote mit Reife- und Alterungspotential hingegen profitieren vom Dekantieren. Direkt nach Öffnen der Flasche, sind kraftvolle Weine oft noch verschlossen und werden mit Hilfe des Sauerstoffes runder, weicher und fruchtbetonter - alle Aromen kommen ins Gleichgewicht und entfalten sich.

Glaswerk: Das richtige Glas fördert idealerweise die Aromen eines jeden Weines, wie dieser es braucht. Zwei Beispiele sollen Euch eine Idee geben (es gibt viel Varianz in der Glaswelt und nur das Ausprobieren bringt Erleuchtung)

Burgunder Glas: Ein bauchig rundes Glas welches die Aromen des delikateren Pinot Noirs konzentriert und so die Aromenvielfalt von erdig blumigen, fruchtig hölzernen und mineralischen Tönen sammelt.

Bordeaux-Glas: Die Weine aus dem Bordeaux sind kraftvoll und weisen intensive dunkle Fruchtnoten, eine pfeffrige Würze, viel Tannin, Konzentration und Holzaromen auf. Das verwendete Glas ist geradlinig und leitet die ganze Kraft geradewegs in die Nase.

Je nach Rebsorte, Klima und Ausbau könnt Ihr das richtige Glas wählen.

 

Viel Spaß beim Schmecken!!